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Japans Wirtschaftsmotor stottert

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Japans Wirtschaftsmotor stottert

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Die japanische Wirtschaft gerät ins Stocken. Im zweiten Quartal steig das Bruttoinlandsprodukt gegenüber dem Vorquartal um nur 0,1 Prozent – Ökonomen hatten ein weit größeres Plus vorausgesagt. Damit verdrängt China Japan als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt: Das japanische BIP betrug im zweiten Quartal umgerechnet 1006,7 Milliarden Euro, das chinesische 1045,1 Milliarden Euro – und die Wachstumsraten in China werden wohl auch in den nächsten Monaten hoch bleiben. Der japanische Wirtschaftsminister Satoshi Arai versuchte, zu beruhigen. “Es geht nicht darum, wer vorn liegt”, meinte er, “die Zahlen zeigen, wie gesund die Wirtschaft eines Landes ist. Und Japan liegt nah bei China und anderen asiatischen Ländern.”

Im ersten Quartal war die Wirtschaft Japans noch um 4,4 Prozent gewachsen – nun aber stagnierten die Ausgaben der privaten Haushalte und die öffentlichen Investitionen gingen zurück. Die Japaner sehen den Rückfall hinter China mit gemischten Gefühlen. “Das ist nur logisch”, meint ein Passant. “Wir haben Fabriken nach China gebracht, aber dort hat man das japanische Know-how gestohlen.” Ein anderer Tokioter nimmt an, dass Chinesen oder Südkoreaner “einfach mehr Biss” haben, und eine junge Frau sieht es von der humorvollen Seite: “Meine Kinder sollten jetzt wohl Chinesisch lernen.”

Für Beunruhigung sorgt auch der starke Yen, der vergangene Woche gegenüber dem Dollar ein 15-Jahres-Hoch erreichte und die Börse in Tokio belastet. Experten gehen davon aus, dass der Yen die Exporte drosseln wird, die bis jetzt noch hohe Zuwachsraten verzeichnen.