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Thailands Rothemden-Anführer vor Gericht

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Thailands Rothemden-Anführer vor Gericht

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Mehrere Anführer der Proteste gegen die Regierung in Thailand müssen sich seit diesem Montag vor Gericht verantworten. Die landläufig als Rothemden bezeichneten Oppositionellen erklärten sich für nicht schuldig – ihnen wird Terrorismus vorgeworfen. Etliche sitzen seit der Niederschlagung der Proteste vor gut drei Monaten in Untersuchungshaft.

“Wir hoffen, dass das Gericht die letzte Instanz ist, der wir trauen können. Denn in unserem Land gibt es keine Gerechtigkeit. Die Verwüstungen nach den Protesten rührten nicht von den Anführern her, dafür gibt es keine Beweise. Wir sind zuversichtlich, das nachweisen zu können”, so einer der Anwälte.

Mit den gut zwei Monate dauernden Protesten hatten die Rothemden die Regierung stürzen und Neuwahlen erzwingen wollen. Mitte Mai schlug die Regierung mit Militärgewalt den Aufstand nieder. Mindestens 90 Menschen kamen bei Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Demonstrantwen in den zwei Monaten ums Leben, fast 2000 wurden verletzt.

Etliche Anführer sind seitdem auf der Flucht. Andere müssen nicht vor Gericht erscheinen, weil sie als Abgeordnete Immunität genießen. Die Staatsanwaltschaft prüft auch eine Terrorismus-Anklage gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Thaksin Shinawatra , der vom Exil aus die Proteste angeheizt haben soll.

Die Partei des amtierenden Ministerpräsidenten Abhisit Vejjajiva muss sich derweil aber selbst vor Gericht verantworten: Der “Demokraten”-Partei wird Wahlbetrug vorgeworfen. Sollte sie verurteilt werden, würde die Partei aufgelöst, und der Regierungschef müsste zurücktreten.