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Warum bekommen die Pakistaner so wenig Hilfe?

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Warum bekommen die Pakistaner so wenig Hilfe?

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Es kommt zu wenig an bei den Flutopfern in Pakistan. Deren Not wird immer größer.
Und solange die alljährliche Regenzeit dauert, wird von allein nichts besser. Bei den Vereinten Nationen gehen Warungen vor Cholera und anderen schweren Krankheiten ein – man müsse mit Tausenden Toten Tag für Tag rechnen.
Der UNO-Generalsekretär hat sich zusammen mit dem pakistanischen Präsidenten aus dem Hubschrauber einen Eindruck verschafft.
Nach dem Flug waren kritische Töne zu hören.
Gerade die europäischen Länder würden zu wenig tun.
Auf 460 Millionen Dollar haben die Vereinten Nationen den Bedarf für eine erste Nothilfe beziffert. Von dieser Summe sind aber erst 32 Prozent vorhanden. Zum Vergleich: Nach dem Erdbeben in Haiti im Januar waren nach einem Monat 90 Prozent der benötigten Mittel beisammen.
Insgesamt gibt es nur für die Hälfte der benötigte Summe überhaupt Zusagen.
Die Gründefür die aktuelle Zurückhaltung:
Nach den hohen Summen für Haiti lässt sich nicht so einfach 7 Monate später eine ähnliche Spendenbereitschaft aktivieren. Das ist aber nur die halbe Wahrheit. Die andere Hälfte sind Pakistans hausgemachte Probleme. Spender wollen sehen, dass ihr Geld die Richtigen erreicht. Über Pakistan aber ist bekannt, dass nach dem Erdbeben 2005 mehr als 300 Millionen Euro in den Taschen korrupter Politiker und Beamter versackten.
Wer einmal betrogen wurde, lässt sich nicht so bald wieder erweichen.
Dem Präsidenten war die Not seines Volkes keine schnelle Heimreise wert. Er absolvierte erst noch in aller Ruhe seine Europatour wie geplant.
Bei so einem Vorbild – wer glaubt da schon, dass es diesmal weniger korrupt zugehen wird???
Die so oft von ihrer Obrigkeit im Stich gelassenen Pakistaner glauben nur was sie sehen.
Und das sind im Moment von seiten des Staates vor allem 30.000 Soldaten mit Hubschraubern im Katastropheneinsatz.
Zur menschlichen Not kommt der politische Schaden. Wer nichts mehr hat, nimmt jede Hilfe und dankt jedem Helfer. Taliban und andere islamistische Kräfte haben diese Chance erkannt.
Sie haben den pakistanischen Staat aufgefordert, kein Geld vom Westen anzunehmen und selber Hilfe versprochen.
Noch wichtiger aber ist: Sie sind schon da und helfen.