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Paris beginnt mit Roma-Ausweisung

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Paris beginnt mit Roma-Ausweisung

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Frankreich setzt seinen harten Kurs gegen Roma trotz aller Kritik fort. In den vergangenen Wochen wurden bereits dutzende Roma-Lager geräumt. Am Donnerstag sollen 79 Betroffene nach Rumänien abgeschoben werden. Nach Regierungsangaben verlässt die Gruppe Frankreich freiwillig. Jedem Ausreisenden werden 300 Euro ausgezahlt, für jedes Kind gibt es 100 Euro.
Neoloi Vichente jedoch möchte bleiben:
“Ich will nicht nach Rumänien zurück. Es gibt dort keine Häuser, keine Arbeit, nur Probleme.”

Dem französischen Innenminister Brice Hortefeux zufolge sollen bis Ende August rund 700 Roma nach Bulgarien und Rumänien ausgeflogen werden.
Rumänien warnte daraufhin Paris, Roma nicht “kollektiv” und “aufgrund ethnischer Kriterien” auszuweisen. Der französische Einwanderungsminister Eric Besson indes, verteidigte die Abschiebungspolitik:
“Sie werden die Hilfszahlung nur einmal erhalten und nicht zweimal. Sie können nach Frankreich zurückkehren, da es das Gesetz erlaubt, aber sie dürfen sich hier nicht illegal niederlassen. Und sie werden nicht noch einmal eine humanitäre Hilfe, also eine Hilfe zur freiwilligen Rückkehr erhalten.”

Da es innerhalb der EU keine Grenzkontrollen gibt, können die abgeschobenen Roma jederzeit wieder nach Frankreich zurückkehren.
Die umstrittene Aktion wird von der EU-Kommission aufmerksam verfolgt. Eine Richtlinie von 2004 schreibt vor, dass jeder Einzelfall geprüft werden muss, Massenausweisungen sind also nicht erlaubt.