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Foxconn nach Selbstmorden am Pranger

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Foxconn nach Selbstmorden am Pranger

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Gute Stimmung muss her für die Mitarbeiter, wie bei einer Motivationsveranstaltung für Zehntausende auf dem Firmengelände im südchinesischen Shenzhen: Zuletzt nämlich hat Foxconn, der weltgrößte Elektronikhersteller, Schlagzeilen mit Selbstmorden gemacht.

Bei Foxconn in China arbeiten in sechzehn Werken insgesamt fast eine Million Menschen. Die Firma produziert Geräte für westliche Unternehmen, wie zum Beispiel iPhones.

“Früher haben wir durchgearbeitet, ohne richtige Pause”, sagt ein junger Mann hier. “Aber jetzt bekommen wir Zeit zum Ausruhen.”

Etwa ein Dutzend Beschäftigte haben sich das Leben genommen – zuletzt stürzte sich vor zwei Wochen eine junge Frau zu Tode. Wegen der Bedingungen in seinen Fabriken steht Foxconn nun am Pranger.

“Solche Veranstaltungen bewirken gar nichts”, sagt aber Geoffrey Crothall, als Chef des “China Labour Bulletin” ein Beobachter der hiesigen Verhältnisse;
“das ist doch nur Spektakel. Foxconn muss seine Arbeiter mal wie menschliche Wesen behandeln und sie richtig bezahlen. Das kann doch nicht so schwer sein!”

Foxconn verteidigt seine Arbeitsbedingungen, gibt aber auch Fehler zu. Vor allem sollen jetzt Hunderttausende neue Mitarbeiter eingestellt werden. Dazu gibt es höhere Löhne und Begrenzungen für Überstunden, aber auch Sicherheitsnetze an Fassaden – oder eben Motivationsveranstaltungen wie an diesem Tag in Shenzhen.