Eilmeldung

Eilmeldung

Parlamentswahl in Australien am 21.8.2010

Sie lesen gerade:

Parlamentswahl in Australien am 21.8.2010

Schriftgrösse Aa Aa

Illegale Einwanderung, Monarchie oder lieber nicht, landesweites Breitbandnetz für´s Internet, mehr Geld für Gesundheit – und natürlich Wirtschaftswachstum – das sind, kurz gefasst, die Sachfragen, um die es bei dieser Wahl in Australien geht. 14 Millionen Wahlberechtigte sollen am Samstag über ihre neue Regierung abstimmen.
Und das dürfte nach dem Verlauf des Wahlkampfes eher eine Personalentscheidung werden.
Zwischen der amtierenden Regierungschefin Julia Gillard und ihrem konservativen Herausforderer.
Madame Primer minister hatte sich nämlich erst vor acht Wochen – uncharmant ausgedrückt “an die Macht geputscht”. Als Regierungschef Kevin Rudd nach einigen unpopulären Entscheidungen in den Umfragen immer mehr abstürzte, versetzte ihm die karrierebewusste Juristin den entscheidenden Stoss.

Bei den Sachthemen unterscheiden sich die Kontrahenten kaum. Umgerechnet 30 Milliarden euro sollen investiert werden, damit mehr als 90 % der Australier einen Breitbandanschluss für´s Internet bekommen. Denn mit der gar nicht mehr so gut gelittenen Kohle allein ist kein Staat mehr zu machen. Die großen Kohle- und Stahl-Firmen sollen 30% höhere Steuern zahlen, um so die Umrüstung auf umweltgerechte Technologien mit zu frinanzieren.

Queen or not Queen – auch der Streit um Australiens Staatsform wird erwähnt, aber nicht vordergründig. Die Labor-Kandidatin würde die Monarchie für Australien gern mit Königin Elisabeth II. sterben lassen.

Tony Abbot sieht das ganz anders.
Der Chef der Liberalen Partei gilt als Monarchist.
In Sachen Machtinstinkt steht er der Dame von links in nichts nach. Im Dezember hatte er die Parteiführung der Liberalen überrumpelt und sich mit einer Kampfabstimmung an die Spitze gesetzt.
Bisher hatte er sein Draufgänger-Image gepflegt, erst im Wahlkampf fing er an, sich staatstragend zu geben.
Natürlich mit einem Schuss “law-and-order”-Härte.
Auch beim brisanten Thema illegale Einwanderer.

Die sich offen zu ihrer atheistischen Einstellung und zu ihrem Lebensstil als unverheiratete Karrierefrau bekennende Labour-Kandidatin sucht da eher den Kompromiss.

Labor hatte erst bei der vorigen Wahl das 12 Jahre regierende liberal-konservative Lager geschlagen.
Seit mehr als 60 Jahren waren die Prognosen für den Wahlausgang nicht mehr so knapp.