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Staat zahlt für strahlende Wildschweine

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Staat zahlt für strahlende Wildschweine

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In Deutschland laufen immer mehr Geigerzähler auf vier Beinen herum – Wildschweine. Fast ein Vierteljahrhundert nach der Katastrophe im Kernkraftwerk Tschernobyl müssen mehr und mehr gejagte Eber und Säue von Veterinären aus dem Verkehr gezogen werden – was mehr als 600 Becquerel pro Kilo ausstrahlt, ist Sondermüll – zum menschlichen Verzehr nicht geeignet.

Jürgen Hörmann, Jäger und Fleischprüfer:

“Wenn es viele Pilze gibt, ist die Belastung relativ hoch. Wenn die Tiere Bucheckern und Eicheln fressen, dann haben wir eine relativ niedrige Belastung. Wir verwerfen zwischen 20 und 80 Prozent.”

Die Zahl der strahlenden Schweine nimmt zu, besonders in Süddeutschland – die Gründe:

Die Wildschwein-Bevölkerung explodiert.
Heute werden 15mal mehr Tiere erlegt als in den 1960er Jahren – jedes Jahr rund eine halbe Million.

Und Wildschweine fressen gerne Pilze und Trüffel, die Radioaktivität besonders gut absorbieren.

Die Folge: Im vergangenen Jahr zahlte der deutsche Staat gut 400 000 Euro Entschädigung an Jäger, die das Pech hatten, ein Cäsium-137-Schwein zu schießen – 17mal so viel wie vor zehn Jahren.

In Bayern und Baden-Württemberg – hier kam nach der Tschernobyl-Katastrophe besonders viel belasteter Regen herunter – wurden Dutzende Teststationen für Wildschweinfleisch eingerichtet.