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Kritik zum Jahrestag der Freilassung des Lockerbie-Attentäters

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Kritik zum Jahrestag der Freilassung des Lockerbie-Attentäters

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London hat am Jahrestag der Freilassung des Lockerbie-Attentäters Abdel Basset al-Meghrahi die Führung in Libyen vor Jubelfeiern gewarnt. Wegen einer Krebserkrankung war al-Meghrahi im vergangenen Jahr von der schottischen Regierung begnadigt und vorzeitig entlassen worden. Feiern seien mit Blick auf die Familien der Opfer geschmacklos, hieß es aus dem britischen Außenministerium. Die Freilassung des libyschen Täters und der Anschlag über dem schottischen Lockerbie zählen zu den Schlagzeilen in der englischen sowie in der schottischen Presse. “Die Freilassung war nicht durchdacht, sie geschah zu schnell”, so ein Einwohner von Lockerbie. Immer wieder gibt es Kritik daran. Auch US-Senatoren fordern eine neue Untersuchung. Der Justizminister Schottlands, Kenny MacAskill, aber verteidigt seine Entscheidung: “Sie wird nie alle zufriedenstellen. Es gab keine Übereinstimmung, einige stimmten zu, andere nicht. Ich war es, der eine Entscheidung treffen musste, es lag in meiner Verantwortung. Ich habe die Gesetze Schottlands respektiert. Ich stehe zu meiner Entscheidung.” Einige Politiker in den USA sind davon überzeugt, dass der Ölmulti BP die Freilassung vorangetrieben hat, um mit Tripolis Geschäfte zu machen. Bei dem Anschlag 1988 auf eine US-Passagiermaschine waren 270 Menschen ums Leben gekommen.