Eilmeldung

Eilmeldung

Moskau will mutmaßlichen Waffenschmuggler nach Hause holen

Sie lesen gerade:

Moskau will mutmaßlichen Waffenschmuggler nach Hause holen

Schriftgrösse Aa Aa

Der in Thailand einsitzende, mutmaßliche russische Waffenschmuggler Viktor Bout wird an die USA ausgeliefert. Dies entschied ein Berufungsgericht in der thailändischen Hauptstadt Bangkok.

Bout hat die Vorwürfe des Waffenhandels immer zurückgewiesen. Er sei nur ein Geschäftsmann und habe einen Import-, Exporthandel betrieben. In den USA droht ihm eine lebenslange Haftstrafe.

Russland kritisierte die Entscheidung des Gerichts heftig. Moskau versucht seit langem, einen Prozess in den USA gegen Bout zu verhindern.
Der mutmaßliche Waffenhändler steht im
Verdacht, auch mit russischen Geheimdiensten Geschäfte gemacht zu haben.

Russlands Außenminister Sergej Lawrow sagte, Moskau werde alles daran setzen, Bout wieder in die Heimat zu holen. Die Entscheidung in Bangkok sei politisch motiviert. Es habe massiven Druck von außen gegeben.

Bouts Frau, die mit der Tochter nach Bangkok gereist war, erklärte, eine Auslieferung ihres Mannes an die USA sei eine große Ungerechtigkeit. Thailand habe sich den mächtigen USA gebeugt.

Die USA betrachten Bout als einen der größten Waffenhändler weltweit. Er soll auch die radikal-islamischen Taliban in Afghanistan und das
Terrornetzwerk Al-Kaida beliefert haben. Bout war im März 2008 in einem Bangkoker Luxushotel verhaftet worden.