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Wahlkrimi in Australien

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Wahlkrimi in Australien

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Einen Wahlkrimi wie seit Jahrzehnten nicht mehr erlebt Australien bei den vorgezogenen Parlamentswahlen. Obwohl sich kein eindeutiger Sieger abzeichnet, kann Herausforderer Tony Abbott triumphieren. Denn die von ihm geführte liberalkonservative Opposition konnte kräftig zulegen.

Wie kräftig, wird erst nach der Auszählung aller Sitmmen feststehen: “Wir haben noch kein klares Ergebnis und bis das vorliegt, wird die Übergangsregierung der vergangenen fünf Wochen weitergeführt. Was heute aber auf jeden Fall fest steht, ist dass die Labour-Regierung ihre Mehrheit und damit auch ihre Legitimationverloren hat,” sagte Abbott nach der Wahl. Eine Schlappe für die amtierende Regierungschefin Julia Gillard. Sie hatte die Wahl angesetzt, nachdem sie ihren Vorgänger gestürzt und als Regierungs- und Labor-Chefin beerbt hatte. “Das Ergebnis ist noch zu knapp, um den Wahlausgang vorauszusagen. Für viele Sitze steht das Ergebnis noch aus.

Während das Endergebnis ermittelt wird, werde ich den Vorgaben unserer wunderbaren Demokratie entsprechend weiterhin die Regierungsgeschäfte führen und für eine starke und stabile Regierung sorgen, bis das Ergebnis dieser Wahl klar ist,” versprach Gillard.

Bislang hatte Labour 83 von 150 Parlamentssitzen.
Gillards Partei droht der Verlust ihres Vorsprungs von acht Sitzen. Derzeit stehen die zeichen für ein so genanntes “hung parliament”, also keine klare Mehrheit im Parlament. Für die Regierungsbildung wären dadurch die Grünen und unabhängigen Abgeordneten das Zünglein an der Waage. Eine solche Konstellation gab es in Australien zuletzt vor 70 Jahren. Zur Wahl aufgerufen waren 14 Millionen Australier.