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Philippinen räumen Fehler beim Geiseldrama ein

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Philippinen räumen Fehler beim Geiseldrama ein

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Nach dem blutigen Ende des Geiseldramas am Montag in Manila haben die philippinische Polizei und der Präsident des Landes Fehler beim Einsatz eingeräumt, sich gegen Vorwürfe aus China aber verteidigt. Klare Mängel seien zu erkennen gewesen, erklärte der Polizeidirektor. Die Taktik wird nun überprüft. Dazu trafen auch Sicherheitsexperten aus Hongkong ein, von wo die Opfer stammten.
 
Die Behörden in der chinesischen Sonderverwaltungszone rieten von Reisen auf die Philippinen ab. Die chinesischen Medien machten Stimmung gegen Chaos und Korruption auf dem philippinischen Archipel. Trauer und Wut unter den Angehörigen sind groß. Der Verwaltungschef von Hongkong hielt seine Kritik nicht zurück: 
 
“Dies ist sehr tragisch und das Vorgehen, vor allem das Ergebnis, ist enttäuschend. Mir tut es extrem leid für die Opfer, es ist nur zu bedauern. Für mich ist das Ergebnis sehr enttäuschend.”
 
Die philippinische Seite rechtfertigt sich, dass der Geiselnehmer anfangs verhandelte und Geiseln
freiließ, man daher auf ein friedliches Ende hoffte. Später habe er seine Opfer als Schutzschilde benutzt, was seine gezielte Tötung erschwert habe.
 
“Es war eine taktische Entscheidung”, erklärte Präsident Benigno Aquino III. “Wenn es keine sofortige Bedrohung für die Geiseln gibt, dann wartet man ab. Warum dann Gewalt anwenden? Warum die finale Option als erste wählen? Warum sollte man die Geiseln einem unnötigen Risiko aussetzen?“ 
 
Der Geiselnehmer, ein 55-jähriger Ex-Polizist, hatte am Montagmorgen einen Reisebus mit insgesamt 25 Menschen in der philippinischen Hauptstadt Manila in seine Gewalt gebracht. Mit der Geiselnahme wehrte er sich gegen seine kürzliche Entlassung und forderte eine Wiederaufnahme seines Verfahrens und Wiedereinstellung. Im Laufe des Tages ließ er neun Geiseln frei. Der Busfahrer konnte flüchten. Nach stundenlangen fruchtlosen Verhandlungen drangen am Abend Spezialkräfte in den Bus ein. Doch wirkte ihr Vorgehen, weltweit live verfolgt, auf viele Beobachter unbeholfen und zögerlich.  
 
Acht Geiseln starben im Kugelhagel, die übrigen sieben wurden verletzt, etliche von ihnen schwer.
Unter Angehörigen und Hinterbliebenen wurde Kritik laut, warum die Polizei es so weit kommen ließ, da der Geiselnehmer doch kein Geld, sondern ledliglich die Aufnahme eines Verfahrens für seine Wiedereinstellung verlangt habe.