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Sarkozy-Vertrauter pöbelt gegen Papst

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Sarkozy-Vertrauter pöbelt gegen Papst

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Ein enger Vertrauter des französischen Staatspräsidenten Nicolas Sarkozy hat Papst Benedikt XVI. scharf angegriffen. Benedikt XVI. sei wie alle Deutschen ein Erbe der Geschichte des Nazi-Regimes und habe kein Recht sich in die Diskussion über die Massenausweiung von Roma einzumischen, sagte der Publizist Alain Minc am Mittwoch dem Radiosender France Inter. Der Papst hatte in einem Grußwort an französische Pilger gemahnt, Menschen in ihrer “legitimen Unterschiedlichkeit” anzunehmen.
 
Frankreich setzte am Donnerstag seine umstrittenen Ausweisungen von Roma fort. In einem Roma-Lager bei Lille führte die Gendarmarie eine Razzia durch. Mehrere Roma wurden abgeführt. Sie sollen abgeschoben werden. Seit der Ankündigung eines verschärften Vorgehens gegen Roma sind über 600 Angehörige der Minderheit abgeschoben worden. Da es sich um EU-Bürger handelt will sich die Europäische Kommission in der kommenden Woche mit der Angelegenheit beschäftigen.
 
In Paris setzten Vertreter der Regierungen Frankreichs und Rumäniens ihre Beratungen fort. Die beiden Länder haben sich verständigt, gemeinsam eine Aufstockung der EU-Fördermittel für die Integration von Roma zu beantragen.
 
Die Massenabschiebung ist international kritisiert worden.