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Konsequenzen für Sarrazin?

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Konsequenzen für Sarrazin?

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In Deutschland schlägt die Debatte um Bundesbankvorstandsmitglied Thilo Sarrazin hohe Wellen.

In seinem Buch, das am 30.August veröffentlich wird, wirft der frühere Berliner Finanzsenator einem Teil muslimischer Migranten vor, sich nicht intergrieren zu wollen.

Die Einwanderung unqualifizierter Migranten könne “in dieser Form nicht weitergehen”, so der 65-jährige in dem Buch “Deutschland schafft sich ab”.

Die Forderungen nach der Abberufung Sarrazins sowie nach seinem Ausschluss aus der sozialdemokratischen Partei werden immer lauter.

“Er macht ja eines: er schadet dem Ansehen der Bundesbank, und er hetzt in Wahrheit wirklich auf. Er hetzt auf und deshalb glaube ich, dass die Kanzlerin und die Bundesregierung Konsequenzen ziehen müssen”, so Grünen-Chefin Renate Künast.

Bereits in der Vergangenheit hatte Sarrazin ähnlich provokante Thesen zum Thema Äusländer aufgestellt.

So produzierten muslimische Integranten angeblich ständig neue junge Mädchen in Kopftüchern, so der Banker in einem Interview.

Viele kritische Stimmen werfen Sarrazin Rassismus vor – vor allem wegen der Schlüsse, die er aus seinen Feststellungen zieht. Menschen mit Migrationshintergrund haben in Deutschland tatsächlich einen deutlich schlechteren Zugang zum Arbeitsmarkt, ihr Anteil an Hartz IV-Empfängern ist mit fast 10 Prozent doppelt so hoch. Doch Soziologen versichern auch: Deutschland ist auf die Menschen mit Migrationshintergrund angewiesen. Zehn Prozent der Unternehmen werden von Ausländern geleitet, und der Arbeitsmarkt hätte ohne die ausländischen Arbeitnehmer unter einem noch schlimmeren Fachkräftemangel zu leiden.