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Ministerin zeigt Japanern Hinrichtungskeller

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Ministerin zeigt Japanern Hinrichtungskeller

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Japan hat erstmals heimischen Medien einen Blick in eine seiner Hinrichtungskammern gewährt. Das Industrieland ist eines der wenigen, das die Todesstrafe noch vollstreckt, und zwar barbarisch: am Galgen. Die Todeskandidaten erfahren erst am Morgen desselben Tages von ihrer Hinrichtung. Die Angehörigen erst danach. Die Jahre des Wartens in Einzelhaft treibt viele Verurteilte in den Wahnsinn.

Angestoßen hatte die Aktion Justizministerinn Keiko Chiba. Sie ist eine erklärte Gegnerin der Todesstrafe. Allerdings hatte sie unlängst der Hinrichtung zweier Mörder zugestimmt. “Ich wollte mehr Informationen über die Todesstrafe geben, um eine öffentliche Debatte zu dem Thema und seinen Konsequenzen anzustoßen”, so die Ministerin.

Einer Umfrage aus dem Vorjahr zufolge unterstützen mehr als 80 Prozent der Japaner die Todesstrafe, bei einer jüngeren Befragung eines Fernsehsenders waren es 57 Prozent. Derzeit warten in japanischen Gefängnissen 107 zum Tod Verurteilte auf ihre Hinrichtung am Galgen.