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Korruptionsskandal erschüttert Welt des Cricket

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Korruptionsskandal erschüttert Welt des Cricket

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Ein Korruptionsskandal erschüttert die Welt des Cricket, jenes urenglischen Sports, der in seiner Heimat als Inbegriff von Anstand und Fairness gilt. Heimisch geworden ist Cricket im ganzen Commonwealth, und im Zentrum der Vorwürfe steht das Team Pakistans, das zur Zeit gegen England spielt. Welche Fehlleistungen man mit Schmiergeld kaufen kann, wird nur nach langem Regelstudium verständlich, denn die Vorgänge auf dem Spielfeld sind kompliziert, und entsprechend speziell sind die Wetten, die zum Spielablauf abgeschlossen werden. Ein 35-Jähriger wurde nun festgenommen unter dem Verdacht, zwei pakistanische Spieler bestochen zu haben, um bestimmte Spielsituationen herbeizuführen; für die Eingeweihten: drei “no-balls” soll er gekauft haben, zum Schaden der Buchmacher und zum Ärger der Cricket-Liebhaber: “Ich sage nur, es ist sehr enttäuschend”, bemerkte einer der letzteren vor dem Cricket-Stadion Lords in London. “Wir hatten zwei wundervolle Cricket-Tage, und darum hätte es in den Schlagzeilen gehen müssen, nicht um das hier.”

Ebenso schlecht ist die Stimmung in Pakistan.
In der Metropole Lahore sagte ein Cricket-Spieler eines lokalen Vereins: “Wenn sich das als wahr erweist, dann wäre das ein großer Verlust, denn Pakistan ist ein großer Name im internationalen Cricket, hat große Cricket-Spieler. Pakistan wird dardurch ein schlechtes Image bekommen – und vielleicht sogar ein Spielverbot.”

Pakistans Cricket-Mannschaft hat ohnehin Ärger auf internationaler Ebene: Sie darf zuhause keine Spiele austragen wegen des bewaffneten Angriffs auf das Team Sri Lankas in Lahore im vergangenen Jahr.