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Israelische Künstler boykottieren Siedlung

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Israelische Künstler boykottieren Siedlung

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Wenige Tage vor einem neuen Anlauf zur Lösung
des Nahost-Konflikts trifft der umstrittene Siedlungsbau im Westjordanland auf neuen Widerstand – in Israel: 36 Theaterkünstler lehnten es ab, im neuen Kulturzentrums in der
Siedlerstadt Ariel aufzutreten – aus Gewissensgründen, heißt es in einem Schreiben.
Zu den Unterzeichnern gehört auch der Dramatiker Jehoschua Sobol: “Wir sollten den Siedlungen keinerlei Legitimierung geben,” sagte Sobol. Die Siedlungen jenseits der Demarkationslinie seien ein Haupthindernis für eine Friedensregelung mit den Palästinensern.

Das Schreiben hat in Israel großes Aufsehen erregt, die Medien berichteten am Sonntag ausführlich. Rechtsgerichtete Politiker forderten, Theatern, die sich am Boykott beteiligten, die Mittel zu kürzen. Kultusministerin Limor Livnat von der regierenden Likud-Partei rief Theaterdirektoren auf,geplante Auftritte in Ariel nicht abzusagen. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu erklärte, dem Staat Israel werde weltweit von verschiedenen Kräften die Legitimität abgesprochen, und dazu gehöre auch der Boykott kultureller Beziehungen. “Das letzte, was Israel nun brauche,” seien Boykottversuche von innen.

Mehrere Theaterdirektoren haben sich bereits von dem Brief der Künstler distanziert. Das Kulturzentrum der Siedlung Ariel soll im November eröffnet werden. Mehrere Theater haben Aufführungen geplant.