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Spanier in Westsahara von Polizei verprügelt

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Spanier in Westsahara von Polizei verprügelt

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Das brutale Vorgehen der marokkanischen Polizei gegen spanische Demonstranten hat zu neuen, politischen Spannungen geführt. 14 Spanier hatten in El-Aiun, der Hauptstadt der Westsahara, für die Unabhängigkeit des Gebietes demonstriert. Elf Personen wurden festgenommen und laut eigenen Angaben brutal geschlagen.

“Als ich die Fahne der Sahara ausrollte, stürzten sich ungefähr zehn Männer in Zivil auf uns, sie haben uns geschlagen und gestoßen, wir sind hingestürzt, dann haben sie uns getreten und mit Fäusten geschlagen, das Resultat sehen Sie an meinen Augen, das waren die Fäuste von Polizisten in Zivil”, berichtete eine Aktivistin.

Sechs der Demonstranten sollen erhebliche Verletzungen erlitten haben. Die Regierung in Madrid forderte eine Erklärung. Ministerpräsident José Luis Rodriguez Zapatero, gerade in China, betonte aber auch: “Einige sind vielleicht nicht einverstanden, aber für mich ist es ein wesentliches Prinzip der Außenpolitik meiner Regierung, gute Beziehungen zu unseren Nachbarländern aufrechtzuerhalten, so auch zu Marokko.”

Die Westsahara, eine frühere spanische Kolonie, war nach dem Ende der Franco-Diktatur (1939-1975) im Jahre 1979 von Marocco annektiert worden. International wurde dies nicht anerkannt. Die in der Westsahara lebenden rund 300.000 Sahrauis wollen die Unabhängigkeit. Rund 200.000 weitere leben im Exil, vor allem in Algerien. Der marokkanische Informationsminister unterstellte den spanischen Demonstranten, provoziert zu haben.