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Truppenabzug aus dem Irak - und wie weiter?

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Truppenabzug aus dem Irak - und wie weiter?

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“Der Krieg geht zuende.
Wie jeder souveräne, unabhängige Staat ist der Irak frei in der Wahl seines Weges. Und bis zum ende des nächsten Jahres werden alle unsere Truppen daheim sein.”

Das sagte US-Präsident Obama am Samstag.
Aber wie sieht der Irak aus, den die Amerikaner nach 7 Jahren Krieg verlassen?
Von einer “mission acomplished” – einer “erfüllten Aufgabe” kann man wohl kaum sprechen, wenn man sich erinnert, mit welchen Zielen die Amerikaner in diesem Krieg zogen. Sie wollten Saddam Hussein stürzen und dem Land eine demokratische Entwicklung ermöglichen.

Nach 35 Jahren Diktatur gibt es freie Wahlen im Irak. Aber nach mehr als 5 Monaten ist aus diesen Wahlen immer noch keine handlungsfähige Regierung hervorgegangen. In Bagdad sind seither die irakischen Politiker vor allem mit ihrer eigenen politischen Zukunft beschäftigt. Jetzt wollen sie in einer Parlamentssitzung über die jüngste Terrorwelle diskutieren!

Dabei sollten die noch im Lande stehenden US-Einheiten eigentlich die irakische Armee befähigen, allein für Sicherheit zu sorgen. Aber davon kann keine Rede sein, wie selbst aus dem irakischen Verteidigungsministerium zu hören ist.

Dafür spekulieren irakische Politiker, den Al-Kaida-Terroristen könnte demnächst das Geld knapp werden, wenn sie ihre Überfälle nicht mehr mit “Widerstand gegen amerikanische Besatzer” begründen können.
Wahlsieger Ijad Allawi, der mit der Regierungsbildung nicht voran kommt, räumte in einem Interview ein, in den 7 Jahren, in denen die Amrikaner im Land waren, hätten die Iraker selbst für sich nichts erreicht. Der blutige Bruderzwist zwischen Sunniten und Schiiten dürfte diese Einschätzung bestätigen. Die Iraker erleben in ihrem täglichen Leben eben keine Verbesserungen.
Müll auf den Straßen, Strom und Trinkwasser nur stundenweise zu haben. Der für Irak zuständige Vertreter des UN-Hochkommissars für Flüchtlinge, Daniel Anders, erachtet als besonders wichtig die Zeit nach dem Krieg. Hilfe sei weiter nötig, weil die meisten schwierigen Situationen ihren Ursprung im Konflikt während dieser 7 Jahre hätten.

Wohin man auch schaut – Provisorien für ein Überleben von einem Tag auf den anderen.
So bleibt die triste Bilanz: Mehr als 7 Jahre nach dem Sturz von Diktator Saddam Hussein fehlt es den Irakern an Sicherheit für Leib und Leben wie an einer sicheren Basis-Versorgung.