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30 Jahre Solidarność

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30 Jahre Solidarność

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Heute vor dreißig Jahren unterzeichneten der spätere Träger des Friedensnobelpreises Lech Walesa und ein Vertreter der kommunistischen Regierung Polens die Legalisierung der freien Gewerkschaft Solidarność.

Polen war somit das erste Land des Ostblocks, das eine regierungsunabhängige Gewerkschaft anerkannte. Werftarbeiter in Danzig hatten sich während eines Streiks im Sommer 1980 zur Solidarność zusammengeschlossen.

Drei Jahrzehnte später zieht deren Vizepräsident Marciej Janowski Bilanz:

“Damals konnte niemand wissen, was der Systemwechsel mit sich bringen würde. Wir ahnten erst nach 1989, dass sich die Dinge anders entwickeln würden, als wir gedacht hatten. Der freie Markt hat manche Unternehmen verschwinden lassen. So waren wir das erste mal mit Arbeitslosigkeit konfrontiert. Und viele Polen machen heute die Solidarność dafür verantwortlich.”

Zwischenzeitlich zählte die Gewerkschaft zehn Millionen Mitglieder. Heute befindet sie sich in einer Krise, hat ihre politische Bedeutung der Wendezeit eingebüßt. Während eines Festakts am Montag zeigte sich die Organisation tief gespalten. Polens Regierungschef Tusk wurde ausgepfiffen, Lech Walesa selbst war gar nicht erst erschienen.