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30. Jahrestag der Gründung von "Solidarnocz"

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30. Jahrestag der Gründung von "Solidarnocz"

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“Solidarnocz – Werft Gdansk”
An historischem Orte wurde am 31. August 2010 der Gründung der ersten freien Gewerkschaft in einem Ostblockland gedacht. 30 Jahre später dominierte nicht mehr das Blau der Arbeitskluft von Werftarbeitern sondern die Ornate katholischer Geistlicher und die dunklen Anzüge der Politiker. Als offizielle Gedenkveranstaltung wurde eine katholische Messe zelebriert. Das entspricht durchaus der Rolle der Kirche als Stütze von “Solidarnocz” gegen den kommunistischen Staat.
Lech Walesa – vor 30 Jahren ein aufmüpfiger 36jähriger Elektriker – zelebrierte sein Gedenken ohne die alten Kameraden. Man ist längst zerstritten. Walesa wörtlich:
“… wenn mir damals jemand hätte erzählen wollen, dass ich eine Zeit ohne Kommunismus und Sowjets in Polen erleben werde, in einem unabhängigen und souveränen Polen, ich hätte nicht glauben können, dass wir so etwas erreichen ..”

Das historische Dokument hatte er mit dem großen Stift unterschrieben, den ihm die entlassene Kranfahrerin Anna Walentynowicz reichte, für deren Wiedereinstellung der Streik begonnen wurde.
In der “Vereinbarung von Gdansk” hatte erstmals eine kommunistische Regierung die Gründung einer nicht von ihr kontrollierten Gewerkschaft genehmigt.
“Gewonnen haben beide Seiten”, versuchte damals der Regierungsvertreter das Gesicht zu wahren.
Welch Irrtum!!!!
Es war der Anfang vom Ende des “real existierenden Sozialismus” in Osteuropa.
“Solidarnocz” wurde zur Massenbewegung, der sich 10 Millionen Polen anschlossen. Damit war das Führungsmonopol der kommunistischen Partei gebrochen. Die versuchte im Dezember 1981 mit Ausrufung des Kriegsrechts vergeblich ihre schwindende Macht zu retten. “Solidarnocz” wird verboten, ihre Führer verhaftet.
Vergeblich – als es im Frühjahr ´89 überall im Osten gärt, handelt “Solidarnocz”-Führer Lech Walesa am “Runden Tisch” den Übergang zur Demokratie aus.
In die Geschichtsbücher ging ein:
Erst “Solidarnocz” – dann Mauerfall.