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Coming home - aus dem Irak nach Texas

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Coming home - aus dem Irak nach Texas

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Die Soldatenfrau Heather Shoaf in Texas wartet auf die Heimkehr ihres Mannes aus dem Irak.
Jubelnd verkündet sie: “Sie sind eben in Maine gelandet.”
Euronews Reporterin Anna Bressanin will wissen: “Wird er sich verändert haben?” Die Soldatenfrau wird nachdenklich: “Hmmm – ich denke, alle kommen verändert zurück. Er auch? Das werden wir in ein paar Stunden sehen.”

Wir treffen Heather und ihre beiden kleinen Töchter Maddie und Taylor daheim, auf dem Militärstützpunkt Fort Bliss, Texas.

Heather über die Monate ohne ihren Mann: “Ich kann Daddy nicht von der Arbeit holen, ich kann’s nicht besser machen”, das hat sie ihren beiden Töchter gesagt, sie redet ständig mit ihnen. Das alles, um ihnen irgendwie zu erklären, warum sie so lange auf den Vater verzichten müssen.
Sie beschreibt Daddýs Job so, dass die Kleinen ihren Vater schon für eine Super-Helden halten.
Auf die Frage: “Was macht Daddy?” antworten sie: “ Mein Daddy ist ein Super-Held.”

Die Einheit von Heathers Ehemann Mark hat als eine der letzten den Irak verlassen.
300 Mann kommen zurück nach 9 Monaten in Kirkuk. Ehemann Mark treffen wir, als er landet nach 20 Stunden Flug von Kuweit über Deutschland, dann Maine an der Ost-Küste und El Paso, ehe die Militärs im Heimatstützpunkt ihre Waffen abgeben.
Auf die Frage, was er denn am meisten vermisst habe, anwortet Oberleutnant Mark Shoaf:
“Meine Frau und die Kinder habe ich vermisst, die sind erst 3 und 4 Jahre alt sind, wachsen gerade auf. Hart war es, sie nur auf dem Video so von fern zu sehen.”

Oberleutnant Mark Shoaf hat Glück gehabt. Diese Einheit hatte nicht nicht allzu viele Verluste. Nur zwei Verletzte im vorigen Jahr.

Trotzdem kann die Heimkehr ebenso schwer werden wie der Einsatz. Posttraumatische Stress-Symptome und Depressionen sind bei solchen Heimkehrern keine Seltenheit. Seit 2007 wird eine dramatisch ansteigende Selbstmordrate bei Soldaten und Heimkehrern verzeichnet.

Darum erwartet die Heimkehrer auch psychologische Hilfe und geistlicher Beistand.
Steve Roumelle, ein für psychologische Betreuung Verantwortlicher, bezeichnet das erst einmal als eine “Art Provisosium”, weil die Heimkehrer ja noch nicht wissen, was sie zukommt.

Und der Militärgeistliche Harrison Johnson betont, Soldaten, die solange von ihren Partnern getrennt und noch dazu dem Kriegstrauma ausgesetzt waren, denen müsse man Zeit lassen.

Für Oberleunant Mark Shoaf ist dieser Krieg vorbei. Die meisten der jetzt heimkehrenden US-Militärs waren während des vergangenen Jahres schrittweise aus dem Kampfgeschehen herausgelöst worden. Rechtzeitig vor dem symbolischen Datum: 31. August 2010.
Die schlimmsten Jahre waren für Fort Bliss wie für die gesamten US-Streitkräfte die Jahre 2006 und 2007. Während des gesamten Irakkrieges gab es unter den US-Soldaten 4.400 Gefallene und 30.000 Verwundete.

euronews-Korrespondentin Anna Bressanin resümiert: “1.300 Soldaten aus Fort Bliss sind im Irak geblieben. Ihre Aufgaben ändern sich ab dem 1. September. Dann heißt ihre Mission “New Dawn”- zu deutsch “Neubeginn”. Sie werden nicht mehr Kampftruppen sein – sondern Ausbilder für die Iraker. Was der “Neubeginn” bringen wird, ist schwer vorauszusagen.”