Eilmeldung

Eilmeldung

Provokateur oder Ausländerfeind?

Sie lesen gerade:

Provokateur oder Ausländerfeind?

Schriftgrösse Aa Aa

Begleitet von scharfer Kritik stellt Thilo Sarrazin sein Buch vor “Deutschland schafft sich ab”.
Die SPD will ihn ausschließen und die Regierung möchte ihn als Bundesbank-Vorstand loswerden.
Im Buch ist vom “stillen Dahinscheiden des deutschen Volkes” die Rede, weil die Zuwanderer wesentlich mehr Kinder haben.
Der langjährige Berliner Finanz-Senator vertritt die Meinung:
“Alle wesentlichen kulturellen und ökonomischen Integrationsprobleme konzentrueren sich bei der Gruppe der 4 bis 6 Millionen – die Statistik ist unzuverlässig, daher diese Spannbreite – Migranten
aus muslimischen Ländern. Die wirtschaftlichen und kulturellen Integrationsprobleme der Immigranten aus islamischen Ländern bewirken, dass die Bilanz der Einwanderung diesen Ländern für die aufnehmenden europäischen Staaten eindeutig negativ ist.”

Von den rund 7 Millionen in Deutschland lebenden Migranten haben rund 3 Millionen türkische und 280.000 arabische Wurzeln.
Vor allem um ihre Intergration geht es.
Sarrezin spricht von fehlenden Wille zur Integration und fordert drastische Maßnahmen des Staates.
Kenan Kolat, der Bundesvorsitzende der türkischen Gemeinde in Deutschland betont:
“Die Probleme sind bekannt, wir haben diese Probleme seit Jahren diskutiert. Was Herr Sarrazin macht, bringt keine Lösungsansätze.
Er stigmatisiert und diffamiert.”

Deutschland ist in heller Aufregung.
Die Reaktionen reichen von “Recht hat er” bis zu scharfer Verurteilung eines Scharfmachers.
Für den Vorsitzenden des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Ayyub Axel Köhler, ist Sarrazin schlicht gefährlich.
“In einem gewissen Sinne ist Herr Sarrazin populistisch, er appelliert an die niederen Instinkte der Bevölkerung und das macht ihn so gefährlich. Wir haben, so glaube ich, in unserer Geschichte genügend Erfahrung damit, um zu wissen, welcher Sprengstoff in diesem Manne schlummert.”

Zu den Thesen im Buch kommen nun noch die Äußerungen über “Gene, anhand deren man Volksgruppen voneinander unterscheiden könne.”
Als Reaktion darauf war schon die Sorge zu hören, die SPD solle sich lieber innerhalb der Partei mit dem Provokateur auseinandersetzen statt ihn auszuschließen. Sonst bestehe die Gefahr, dass Sarrazin eine rechts-populistische Partei gründen könnte.