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Diplomat, Psychiater und TV-Moderator missbrauchten Casa-Pia-Jungen

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Diplomat, Psychiater und TV-Moderator missbrauchten Casa-Pia-Jungen

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Der Fall war 2002 ans Licht gekommen, als ein Mann – ein ehemaliges Heimkind – Anzeige erstattete. Andere meldeten sich, die ebenfalls angaben, als Jungen in der Casa Pia missbraucht worden zu sein. Ihren Aussagen nach wurden sie in der 200 Jahre alten staatlichen Einrichtung jahrzehntelang von Männern vergewaltigt, unter anderem vom Gärtner und Fahrer des Heims, Carlos Silvino, der sich als einziger zu den Taten bekannte.

Zu den nun Verurteilten gehört auch der 68-
jährige Showmaster Carlos Cruz, der bei Ausbruch des Skandals einer der beliebtesten Fernseh-Moderatoren Portugals war.

Auf der Anklagebank saß außerdem der Diplomat Jorge Ritto, der sein Land international als Botschafter vertreten hatte.

Auch der Psychiater Joao Ferreira Diniz wurde vom Gericht schuldig gesprochen. Er selbst hatte behauptet, alle Vorwürfe gegen ihn seien erlogen, um seine Karriere als Mediziner zu zerstören.

Eine einzige Frau war unter den Angeklagten: Gertrudes Nunes wurde vorgeworfen, den männlichen Tätern ihr Haus zur Verfügung gestellt haben. Sie wurde aus Mangel an Beweisen freigesprochen.

Eines der Opfer sagte gegenüber portugiesischen Medien, die Täter seien skrupellose Menschen, die nichts bereuten.