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Venedig: Im Wald der schwarzen Schafe

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Venedig: Im Wald der schwarzen Schafe

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In seinen “Norwegian Wood” entführt uns der französische Regisseur Tran Anh Hung. Im Jahr 1995 verlieh ihm die Jury des Festivals einen der begehrten Goldenen Löwen für seinen Film “Cyclo”. Außerdem war Hung bereits für einen Oskar nominiert. Nun tritt er an, um seinen Triumph von vor 15 Jahren zu wiederholen.

“Norwegian Wood” basiert auf einem Roman von Haruki Murakami und erzählt eine Liebesgeschichte in Zeiten globaler Instabilität. Tokio in den späten sechziger Jahren: Während die Studentenbewegung überall auf der Welt die alte Ordnung aus den Angeln zu heben droht, kämpft Toru Watanabe mit den Untiefen seiner Gefühlswelt. Liebe, Tot und Selbstzweifel nagen an ihm, als die lebensbejahende Naoko in sein Leben tritt.

Er habe sich sofort in die Geschichte des Romans verliebt, sagt Hung auf der Pressekonferenz im Anschluß an die Premiere des Films in Venedig. “Es handelt sich dabei um eine universelle Story” so Hung weiter. “Die Bücher von Murakami erzeugen diese intime Beziehung mit ihren Lesern, das ist doch außergewöhnlich. Dieses emotionale Echo des Buches war für mich die größte Herausforderung bei der Verfilmung des Buches.”

Ein weiterer Beitrag des Festivals kommt aus Italien. Nicola ist ein schwarzes Schaf, “La Pecora Nera” im gleichnamigen Film von Ascanio Celestini, der am Donnerstag erstmals auf dem Festival in Venedig gezeigt wurde.

Die Mutter stirbt, der Vater mißhandelt ihn und so findet Nicola sich in der Obhut von Ordensschwestern wieder. Sie versorgen Patienten in einem Heim für psychische Kranke – und dort lebt Nicola fortan. 35 Jahre lang.

Der Schritt nach draußen, weg von seiner Herde, ist die aufregendste Veränderung im Leben des jungen Mannes.