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Hohe Haftstrafen im Kinderschänder-Prozess

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Hohe Haftstrafen im Kinderschänder-Prozess

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Sechs der sieben Angeklagten sind im Casa-Pia-Kinderschänderprozess in Portugal zu hohen Haftstrafen verurteilt worden. Die einzige Frau unter den Beschuldigten – sie soll den Tätern ihr Haus zur Verfügung gestellt haben – wurde freigesprochen.

Der ehemalige Fahrer und Gärtner des Heims, Carlos Silvino, erhielt eine Haftstrafe von 18 Jahren. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er und die anderen fünf Verurteilten über Jahre hinweg Jungen aus dem staatlichen Heim Casa Pia missbraucht hatten. Silvino hatte sich schuldig bekannt und seine Mitangeklagten schwer belastet.

Der Psychiater Joao Ferreira Diniz ebenso wie der Fernsehmoderator Carlos Cruz wurden zu je sieben Jahren Haft verurteilt.

Cruz sagte vor der Presse, ihm sei mit dem Urteil eine unglaubliche Ungerechtigkeit widerfahren. Eine monströse Lüge sei gegen ihn aufgetischt worden. Dies werde als eines der größten Fehlurteile in die Geschichte Portugals eingehen.

Der Fall war 2002 ans Licht gekommen, als ein Mann – ein ehemaliges Heimkind – Anzeige erstattete.

Der Anwalt, der sich immer für die Opfer eingesetzt hat, Pedro Namora, erklärte: “Über Jahre hinweg sind wir verfolgt und bedroht worden. Doch letztendlich hat die Gerechtigkeit gesiegt. Was wir sagten, war die Wahrheit.”

Die Verteidigung kündigte an, sie wolle Berufung einlegen.