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Pakistan: Apokalyptische Gefühle nach Taliban-Morden und Flut

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Pakistan: Apokalyptische Gefühle nach Taliban-Morden und Flut

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Schiitische Gläubige in der südwest-pakistanischen Stadt Quetta trauern am Tag nach einem Selbstmordanschlag um mehr als 60 Menschen.

Ein Attentäter hatte inmitten Tausender Gläubiger einen Sprengsatz gezündet. Nach Polizeiangaben wurden mindestens 150 Menschen verletzt, einige kritisch.

Die Schiiten waren zu einer Demonstration gegen Israel und die Besetzung der palästinensischen Gebiete zusammengekommen. In Pakistan gehört ein Fünftel der Bevölkerung der schiitischen Minderheit an.

Erst am Mittwoch waren bei einer Bombenserie gegen eine religiöse Prozession im ostpakistanischen Lahore 38 Schiiten getötet und mehr als 300 verletzt worden.

Viele Menschen fühlen sich schutzlos ausgeliefert.

Abdullah aus Quetta:
“Soweit konnte es nur kommen, weil die Regierung hilflos ist. Und deshalb geht das auch genauso weiter – die Verantwortlichen kriegen nichts auf die Reihe. Dieses Land braucht eine bessere Regierung, besseres System, sonst nimmt das kein Ende.”

Und viele sind vom Zeitpunkt erschüttert. Der Fastenmonat Ramadan geht in ein paar Tagen zuende – mit dem wichtigsten islamischen Fest.

Rikscha-Fahrer Haji Abdul Baqi:
“Was sollen denn nun aus uns werden ? Die ganze Stadt ist in Aufruhr. Normalerweise geht man jetzt Dinge besorgen, um das Ende des Ramadan vorzubereiten. Kein Drandenken. Da versinken schon die Armen in den Fluten, und hier gehen Bomben hoch. Alles liegt darnieder. Was soll bloß aus diesem Land werden.”

Laut Taliban waren die Massenmorde eine Reaktion auf Angriffe gegen sunnitische Geistliche und eine Herausforderung an die Regierung Pakistans. Als Rache für gezielte Drohnen-Attacken auf Taliban-Führer werde man bald auch in den USA und Europa zum Angriff übergehen.