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Regierungsverhandlungen in Belgien scheitern

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Regierungsverhandlungen in Belgien scheitern

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In Belgien sind die Gespräche zur Regierungsbildung gescheitert. Das gleiche Bild zum zweiten Mal innerhalb von fünf Tagen: Verhandlungsführer Elio di Rupo wirft das Handtuch. Doch anders als am vergangenen Sonntag hat ihn König Albert II. nicht umgehend gebeten, doch zu bleiben. Mit dem Chef der Wallonischen Sozialisten scheitert bereits der zweite Verhandlungsführer, drei Monate nach den Wahlen.

“Es wäre sehr Schade, von einem Blankoscheck zu einer Blankoseite zu kommen”, sagte Di Rupio. “Ich will keine Geheimnisse ausplaudern, aber glauben Sie mir, am Tisch haben viele gesagt: Wenn es keine Einigung über alles gibt, gibt es gar keine Einigung.”

Wahlverlierer Yves Leterme von den flämischen Christdemokraten führt das Land kommissarisch. Seine Partei hatte Stimmen an die flämischen Nationalisten verloren, die stärkste Kraft im Parlament wurden. Und letztlich ein unabhängiges Flandern wollen. Gemeinsam haben beide Parteien nun Di Rupios Kompromissangebot zurückgewiesen.

Das Königreich ist gespalten, in das wohlhabendere, niederländischsprachige Flandern und die ärmere, französischsprachige Wallonie. Die klamme Hauptstadt Brüssel dazwischen. Die wallonischen Parteien waren Di Rupio zufolge bereit, den Flamen mehr Kompetenzen zu geben, wenn Brüssel mehr Geld bekommt. Sollten nun Staatsreform und Regierungsbildung scheitern, droht, so Di Rupio, ein Chaos.