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Volksabstimmung entzweit Moldauer

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Volksabstimmung entzweit Moldauer

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Per Volksabstimmung entscheidet die Ex-Sowjetrepublik Moldau am Sonntag, ob ihr Präsident künftig wieder direkt gewählt werden soll.
Mit dieser Verfassungsänderung will die pro-europäische Führung die politische Krise beenden, die das Land seit gut einem Jahr lähmt.

Moldau kommt seit blutigen Straßenkrawallen im April 2009 nicht zur Ruhe.

Damals hatten Jugendliche gegen den Sieg der Kommunisten bei der Parlamentswahl protestiert. Als es schließlich zu Neuwahlen kam, siegten die prowestlichen Kräfte und stellten im Parlament eine knappe Mehrheit. Für die Präsidentenwahl mit 60 % der Abgeordnetenstimmen reichte es nicht – Kandidat Marian Lupu scheiterte zweimal.

Die Kommunisten, die zwei Amtszeiten lang den Präsidenten gestellt hatten, haben zum Boykott des Referendums aufgerufen.

Die Wähler sind hin- und hergerissen.

“Ich gehe abstimmen und zwar mit “ja”, sagt die Schauspielerin Eugenia Butnaru, “ich stimme für Veränderungen in diesem Land, für mein Recht, den Präsidenten mitzubestimmen. Ich möchte nicht, dass andere für mich denken und entscheiden.”

Leonid Drosdov aus der Hauptstadt Chisinau lehnt das Referendum ab:

“Ich gehe da nicht hin. Ich finde die Politik der sogenannten Allianz für die europäische Integration nicht gut – die denken nur an sich selbst. Die Bevölkerung oder Moldawien interessieren sie nicht. Nicht die Bohne. Die Menschen sind ihnen egal. Sie sagen nur Europa, Rumänien….”

Die Republik Moldau liegt zwischen der Ukraine und Rumänien. Der Konflikt mit Separatisten im östlichen Teil Transnistrien ist ungelöst. Die gut drei Millionen Einwohner – ein Ethiengemisch mit einer rumänisch-stämmigen Mehrheit – müssen mit gut 200 Euro Monatsverdienst im Schnitt klarkommen.