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Ein dritter Bohrer für Chiles Kumpel

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Ein dritter Bohrer für Chiles Kumpel

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In einem schwarzen Loch harren sie aus, die verschütteten Bergleute in Chile. Gestern auf den Tag genau seit einem Monat. Die gute Laune auf den bekannten Bildern trügt. Verärgert und müde seien ihre Verwandten gewesen, berichteten Angehörige, die am Wochenende per Bildtelefon kurz mit den Kumpeln haben sprechen können.

Eine erste Rettungsbohrung ist rund 80 Meter tief. 700 Meter unter Tage warten die Männer. Die Rettungskräfte gehen auf Nummer sicher. Ein zweiter Spezialbohrer ist im Einsatz. Und ein dritter, eigentlich zur Erdölförderung konzipiert, wird in der Atacama-Wüste erwartet.

Chiles Bergbauminister Laurence Golborne warnte vor Optimismus: Alle Szenarien sprächen für eine Evakuierung im November. Termine wie der Nationalfeiertag in zwei Wochen seien unrealistisch.

Eine Flagge für jeden der 33 Bergleute hatten Angehörige aufgestellt, die in einem Zeltlager bei der Mine ausharren. Briefe für die Männer erreichen diese nur nach und nach durch die dünnen Versorgungsröhren. Auch das sorgt für Unmut über und unter der Erde.

“Es macht uns Sorgen, dass ein Monat verstrichen ist und die Rettungskräfte ihr Ziel noch nicht erreicht haben”, sagt eine Frau, “aber wir verlieren den Glauben nicht, wir wissen: Wir holen sie da raus.”