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Längere AKW-Laufzeiten in Deutschland

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Längere AKW-Laufzeiten in Deutschland

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Die Entscheidung der deutschen Bundesregierung, die Laufzeiten von Atomreaktoren um durchschnittlich zwölf Jahre zu verlängern, ist auf ein geteiltes Echo gestoßen. EU-Energiekommissar Günther Oettinger wertete ihn als fairen Kompromiss. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland hingegen sieht in den Beschlüssen einen beispiellosen Fall von Klientelpolitik. Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte:

“Ich weiß, dass viele Menschen sehr skeptisch und kritisch der Kernenergie gegenüber sind, und wir nehmen diese Sorgen auch durchaus ernst. Das drückt sich darin aus, dass wir die Kernenergie tatsächlich als Brückentechnologie nehmen, d.h. nicht länger als unbedingt notwendig, und es drückt sich darin aus, dass auch die Unternehmen in den nächsten Jahren noch erhebliche Summen in die Sicherheit investieren müssen.”

Ältere Kraftwerke dürfen nach den neuen Beschlüssen acht Jahre länger betrieben werden, jüngere sollen 14 Jahre länger am Netz bleiben. Nach dem bislang geltenden Atomkonsens müsste der letzte Meiler etwa 2023 vom Netz gehen. Atomgegner kündigten bereits an, dass die Anti-Atom-Proteste – hier am Sonntag vor dem Berliner Kanzleramt – fortgesetzt werden. Die Aktien der größten deutschen Energieversorger legten nach dem Beschluss kräftig zu.