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Resignation und Aufbruchstimmung in Wallonien

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Resignation und Aufbruchstimmung in Wallonien

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Das erneute Kriseln in der belgischen Regierung sorgt für Beunruhigung im Land – zumindest in Wallonien. Nachdem die Regierungsbildung erneut scheiterte, wird eine Teilung Belgiens immer greifbarer. Resignation macht sich breit, wie im französischsprachigen Wavre. Ein Passant erklärte, “als ich die Neuigkeit erfuhr, hatte ich Bauchschmerzen. Leider wird es wohl dazu kommen, befürchte ich.” Ein weiterer fügt hinzu: “Ich bin gebürtig aus Brüssel, deshalb mache ich mir Gedanken, was aus Brüssel wird. Der Rest interessiert mich kaum.”

Wallonien finanziell zu unterstützen kommt für die flämischen Separatisten nicht mehr in Frage. Nicht nur Sprachen und Finanzen lassen sich in Belgien wohl nicht mehr auf einen Nenner bringen, auch die Wirtschaft im französischsprachigen Landesteil leidet unter einer sehr viel höheren Arbeitslosigkeit. Die flämische Redakteurin Liesbeth Van Impe von Het Nieuwsblad rechnet ab: “Es kommt nur auf das Geld an. Wenn die französischsprachigen Politiker in ihrer eigenen Region wenig Erfolg haben, was die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit betrifft, wollen die flämischen Politiker sie steuerlich und finanziell dafür bestrafen. Diese Idee schreckt die französischsprachigen Politiker natürlich ab. Denn der Süden Belgiens ist arm und hat mit mehr Problemen zu kämpfen als der Norden.”

In der Krise um die Regierungsbildung hat König Albert II. das Zepter an die Präsidenten der Abgeordnetenkammer und des Senats weitergereicht. Klappt auch dieser Vermittlungsversuch nicht, werden die Belgier wohl bald wieder an die Urnen gerufen.