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Spanien nach ETA-Angebot skeptisch

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Spanien nach ETA-Angebot skeptisch

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Das Waffenstillstandsangebot der baskischen Untergrundorganisation ETA ist von Politikern in Spanien als unzureichend zurückgewiesen worden, sowohl bei der Zentralregierung in Madrid, als auch bei der Regionalverwaltung in Bilbao. Die rechtsliberale El Mundo schreibt, das Angebot enttäusche selbst ETA-Anhänger. Denn es sei weder dauerhaft, noch überprüfbar. Und Sicherheitskräfte argwöhnen, die ETA, die nach zahlreichen Festnahmen als geschwächt gilt, wolle nur Zeit gewinnen.

“Die ETA muss die Waffen niederlegen!”, forderte Spaniens Innenminister Alfredo Pérez Rubalcaba im spanischen Fernsehen. “Das Kommuniqué ist unzureichend, es erfüllt nicht einmal unsere Mindestforderungen. Unsere Anti-Terror-Politik werden wir nicht ändern.”

Die ETA kämpft für ein autonomes Baskenland. In den vergangenen vier Jahrzehnten tötete sie mehr als 800 Menschen. Waffenruhen hat sie immer wieder gebrochen. Skepsis deshalb auch auf der Straße:

“Ich bin da sehr skeptisch, wie alle, glaube ich. Warten wir ab, was passiert.” – “Ich habe keine große Hoffnung, wir würden uns wünschen, das wäre ernst gemeint.” – “Ich vertraue nicht darauf. Es ist nicht das erste Mal, dass sie das sagen. Und hinterher ist es dann nie wahr.” – “Wir dürfen auf jeden Fall nicht nachgeben. Wir müssen weiter gegen die Extremisten kämpfen, um aus der Krise des Terrors herauszukommen, in der wir leben.”

Der letzte Anschlag der ETA ist über ein Jahr her. Selbst im Lager der radikalen Separatisten schwindet die Unterstützung. Und auch frühere Kämpfer sagten sich aus dem Gefängnis heraus schon von der ETA los.