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Massenproteste gegen Sarkozys Rentenreform

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Massenproteste gegen Sarkozys Rentenreform

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Die Gewerkschaften haben in Frankreich Front gegen das wichtigste Reformwerk von Präsident Nicolas Sarkozy gemacht: die Erhöhung des Rentenalters. Nach offiziellen Angaben beteiligten sich mehr als eine Million Menschen landesweit an Streiks und Demonstrationen, nach Angaben der Gewerkschaften waren es mehr als 2 Millionen.

Die Proteste richteten sich konkret gegen die geplante schrittweise Anhebung
des Mindestalters für den Renteneintritt von derzeit 60 auf 62 Jahre bis 2018.

“Wenn die Regierung nicht auf diesen Protesttag reagiert, dann war das erst der Anfang, dann war heute noch harmlos”, sagte Gewerkschaftsboss Jean-Claude Mailly.

Nach Ansicht der Gewerkschaften und Teilen der Opposition gibt es andere Möglichkeiten, die Milliardenlöcher in der Sozialkasse zu stopfen. Unter anderem könnten die Kapitaleinkünfte und Gewinne von Banken stärker besteuert werden.

Die Vorsitzende der sozialistischen Partei, Martine Aubry, erklärte: “Die Regierung hat Durcheinander und Verwirrung gestiftet, damit es so aussieht, als ob es in Frankreich schlechter um die Renten bestellt sei als anderswo. Das ist aber total falsch. Sollte diese Reform umgesetzt werden, hätten wir eines der härtesten Sozialsysteme Europas.”

Wenn das System nicht geändert wird, befürchten Experten, dass 2050 in der Rentenkasse mehr als 100 Milliarden Euro fehlen könnten.