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Weißrussischer Regimekritiker beerdigt

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Weißrussischer Regimekritiker beerdigt

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Mit großer Anteilnahme ist in Minsk der regimekritische Publizist Oleg Bebenin beerdigt worden. Der 36-Jährige war am Freitag in seinem Wochenendhaus in der Nähe der weißrussischen Hauptstadt erhängt gefunden worden. Doch viele Regierungsgegner und auch Freunde glauben nicht, dass der Betreiber der oppositionellen Internetseite charter97.org sich selbst umbrachte.

“Er war wirklich professionell, ein sehr verlässlicher Mensch”, sagt Natalia Radina, eine vertraute Journalistin und Mitarbeiterin, “er hätte weder seine Familie, noch seine Söhne, noch seine Kollegen freiwillig verlassen, schon gar nicht kurz vor den Präsidentschaftswahlen. Deswegen misstraue ich dem Polizeibericht, wonach sein Tod Selbstmord war.”

In Weißrussland soll in den kommenden Monaten ein neuer Präsident gewählt werden. Amtsinhaber Alexander Lukaschenko, der sich zur Wiederwahl stellt, herrscht autoritär. Immer wieder kommt es zu Repressalien gegen kritische Medien. Einen Abschiedsbrief soll Bebenin nicht hinterlassen haben. Das EU-Parlament und die OSZE forderten eine unabhängige Untersuchung.