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Ban Ki Moon in Ruanda, um Kagame zu beruhigen

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Ban Ki Moon in Ruanda, um Kagame zu beruhigen

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UN-Generalsekretär Ban Ki Moon hat bei einem Besuch in Ruanda versucht, den Streit über einen brisanten UN-Bericht zu entschärfen. Ban traf in Kigali mit Präsident Paul Kagame zusammen. In dem UN-Bericht geht es darum, wie die ruandische Armee nach dem Völkermord von
1994 in Ruanda im Nachbarland Kongo Angehörige der Volksgruppe der Hutu verfolgte.

Ban sagte: “Ich bedauere, dass dieser Bericht schon nach außen gesickert ist, bevor wir ihn noch abschließen konnten. Wir wollen zuerst die Fakten genau untersuchen.”

Aus Verärgerung über den noch unveröffentlichten Bericht hatte Ruanda mit dem Abzug seiner Friedenssoldaten aus der sudanesischen Krisenregion Darfur gedroht. Bei seiner Abreise sagt Ban, er habe Kagame gebeten, das nicht zu tun.

In Ruanda wüteten 1994 Hutu-Milizen und ermordeten innerhalb von nur 100 Tagen 800.000 Menschen – Mitglieder der Tutsi-Volksgruppe.

In der 500-seitigen UN-Untersuchung wird jetzt von über 600 Vorfällen zwischen 1993 und 2003 im Kongo berichtet. Die Gräueltaten, bei denen zehntausende von Zivilisten, darunter Frauen und Kinder, getötet worden seien, könnten als Völkermord eingestuft werden, heißt
es darin.

Wegen des Streits um den Untersuchungsbericht ist die Veröffentlichung um einen Monat auf Anfang Oktober verschoben worden.