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Nasarbajew will sibirische Flüsse umkehren

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Nasarbajew will sibirische Flüsse umkehren

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Eine alte Idee hat der Präsident Kasachstans, Nursultan Nasarbajew, wieder aufgewärmt: Bei einem Treffen mit seinem russischen Kollegen Dmitri Medwedew in Nordostkasachstan schlug er vor, man solle das Projekt der Umkehrung der sibirischen Flüsse nach Zentralasien wieder aufnehmen vor. Dadurch könne die Trockenheit unter anderem in Kasachstan bekämpft werden.

Die Idee, den Lauf der sibirischen Flüsse umzukehren, geht auf die Sowjetzeit zurück. Die westsibirischen Flüsse Ob, Enisej und Lena fließen nach Norden und ergießen sich ins Nordmeer. Wenn man deren Lauf umkehrte, könnte man Südrussland und die zentralasiatischen Steppen bewässern und dort Baumwolle anbauen, das war die Idee der Planer.

Das Projekt wurde 1986 unter Präsident Gorbatschow gestoppt, aus Furcht vor den ökologischen Folgen. Es gab bereits ein Beispiel für eine Umkehrung von Flussläufen: Beginn der 60-er Jahre waren die Flüsse Amu-Darja in Usbekistan und Syr-Darja in Kasachstan teilweise umgeleitet worden, um Felder für den Baumwollanbau zu bewässern. Seither ist der Aral-See, der von den beiden Flüssen gespeist wurde, fast ausgetrocknet und biologisch tot. In Sibirien hat man jetzt Sorgen, dass sich das Projekt, falls es tatsächlich umgesetzt wird, ähnlich auswirken wird. So ist der Vorschlag des sibirischen Abgeordneten Alexej Bespalikow wohl eher als Sarkasmus zu verstehen: Man solle die Moskwa nach Kasachstan umleiten, schlug er vor. Die sei ohnehin schon dreckig und fehle niemandem.