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UNO räumt Versagen im Kongo ein

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UNO räumt Versagen im Kongo ein

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Die Vereinten Nationen haben eingeräumt, bei den jüngsten Massenvergewaltigungen im Kongo versagt zu haben. Allein im Juli und August hatte es im Osten des Landes 500 Übergriffe gegeben. Die Blauhelm-Truppen hatten erst viel später davon erfahren.

Der Schutz der Bürger sei Aufgabe des Staates, sagte Atul Khare, der Sprecher der UN-Friedensmissionen, im Weltsicherheitsrat, aber er gab zu: “Auch wir haben versagt. Unsere Handlungen waren nicht angemessen und führten zu inakzeptabler Brutalität gegenüber der Bevölkerung in den Dörfern. Wir müssen besser werden.

Vor allem die östlichen Grenzprovinzen Nord- und Süd-Kivu sind betroffen. Hier geschehen jedes Jahr 9.000 Vergewaltigungen. Im ganzen Kongo sind es 15.000, begangenen von den lokalen Mai Mai-Milizen, den aus Ruanda vertriebenen Hutu-Rebellen FDLR, aber auch von Regierungstruppen.

Bei dem jüngsten Vorfall waren binnen drei Tagen mehr als 240 Frauen vergewaltigt worden, darunter auch Kinder, in einem Dorf nur 30 Kilometer vom UNO-Lager entfernt. Künftig sollen die Blauhelmsoldaten öfter patrouillieren. Auch die Kommunikationsmöglichkeiten sollen verbessert werden. Zudem prüfen die Vereinten Nationen mögliche Sanktionen gegen Rebellenführer.