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Türkei gespalten vor dem Verfassungsreferendum

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Türkei gespalten vor dem Verfassungsreferendum

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Letzte Runde in der Kampagne zum Referendum in der Türkei. Am Sonntag sollen knapp 50 Millionen Türken darüber abstimmen, ob sie den Vorschlägen ihres Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zu einer weitgehenden Verfassungsreform zustimmen. Die Reform sieht 26 Änderungen vor, von der Stärkung der Gleichberechtigung von Mann und Frau bis hin zu mehr Rechten für die Staatsangestellten.

Das Land ist gespalten. Laut Meinungsumfragen liegen Befürworter wie Gegner der Reform etwa gleichauf. Die Opposition befürchtet, dass die moderat islamische Regierungspartei AKP mit dem geplanten Umbau des Justizapparats das Land auf einen islamistischen Kurs bringen will.

Ob 30 Jahre nach dem letzten blutigen Militärputsch die damaligen Putschisten vor Gericht gebracht werden sollten, wie es die Reform vorsieht, ist strittig.

Die Befürworter zählen vor allem zur modernen religiösen Elite, der Erdogan zu größerem gesellschaftlichen Einfluss verholfen hat. Die EU hat die Reform begrüßt. Ein Jahr vor Parlamentswahlen wäre eine Ablehnung ein schwerer Schlag für die AKP-Regierung.