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Mißbrauchsskandal in der katholischen Kirche von Flandern

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Mißbrauchsskandal in der katholischen Kirche von Flandern

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Es ging bei dieser heutigen Pressekonferenz um sexuellen Mißbrauch in der katholischen Kirche in Belgien. Nach dem soeben veröffentlichten Untersuchungsbericht haben Priester in den 1960er bis 80er Jahren mindestens 475 Kinder mißbraucht.

Der Chef der von der belgischen Bischofskonferenz eingesetzten Untersuchungskommission sagte:
“Während in den Niederlanden Mißbrauch von Kindern zumeist in Internaten geschah, galt für uns in Flandern der Priester als ein Freund der Familie.
Viele Eltern waren stolz darauf, wenn er ihre Einladung zum Mittagessen annahm.”

Die Übergriffe geschahen vor 30 bis 50 Jahren – sind also strafrechtlich verjährt. Trotzdem hatte die belgische Justiz im Frühjahr fast 500 Opferakten beschlagnahmt. Daraufhin hatte die Untersuchungskommission ihre Arbeit niedergelegt.
Die Beschlagnahme wurde jetzt für unrechtmäßig erklärt.
Kardinal Godfried Danneels, der frühere Vorsitzende der belgischen Bischofskonferenz, in dessen Amtssitz die Akten beschlagnahmt worden waren,
hatte erst vor wenigen Tagen Fehler bei der Aufdeckung des Mißbrauchs eingeräumt.
Die Untersuchungskommission, die im Juni nach der Beschlagnahme der Opferakten die ihre Arbeit niedergelegt hatte, wurde geleitet vom renommierten Kinder-Psychiater Peter Adriaenssens, Professor an der Katholischen Universität Löwen.
Der erklärte heute, wegen der Beschlagnahme von Akten müsse der Bericht lückenhaft bleiben.
Unter den dokumentierten Fällen wiegt besonders schwer jener des Bischofs von Brügge, Roger Vangheluwe. Der 74jährige war im April zurückgetreten, nachdem er eingestanden hatte, jahrelang seinen Neffen mißbraucht zu haben, auch noch als er schon als Bischof amtierte.
Der ehemalige Vorsitzende der Bischofskonferenz, Kardinal Godfried Danneels, räumte ein,
er hätte den pädophilen Bischof viel eher aus dem Amt entfernen müssen.