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Ukrainischer Geheimdienst ermittelt gegen Museumsdirektor

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Ukrainischer Geheimdienst ermittelt gegen Museumsdirektor

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Der ukrainische Geheimdienst hat einen neuen vermeintlichen Staatsfeind im Visier: Er ermittelt jetzt gegen den Direktor eines Museums in der Westukraine. In dem einstigen Gefängnis für politische Häftlinge werden anhand historischer Quellen die Verbrechen an zehntausenden Ukrainern unter Hitler und Stalin dokumentiert. Der Museumsdirektor nutzte für die Ausstellung Dokumente aus den alten KGB-Archiven, die nach der Orangenen Revolution geöffnet wurden, jetzt nach dem Machtwechsel unter dem neuen Präsidenten Janukowitsch aber wieder top secret bleiben sollen.

“Als Historiker habe ich immer mit Dokumenten gearbeitet, die in den Archiven der Staatssicherheit offen zugänglich waren. Ich habe diese Quelle lange Zeit genutzt – wie andere Historiker auch”, wundert sich Museumsdirektor Ruslan Zabily. “Ich denke, der Grund für die Ermittlungen ist, dass die heutige Behörde ihren Kurs im Umgang mit der Vergangenheit ändert.”

Der frische Wind der Orangenen Revolution ist verweht. Der neue Geheimdienstchef, ein Getreuer von Präsident Janukowitsch, sieht die Aufgabe seines Dienstes in der Wahrung der Staatsgeheimnisse, nicht in der Offenlegung für das Publikum.

Nur ein Beispiel für den neuen Kurs in der Ukraine: Seit Monaten macht der Geheimdienst immer wieder wegen zunehmender Gängelung von Oppositionellen und
Medien und umstrittener Einschüchterungsversuche von sich reden.