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Verfassungsreferendum in der Türkei: Erdogan bis zuletzt auf Stimmenfang

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Verfassungsreferendum in der Türkei: Erdogan bis zuletzt auf Stimmenfang

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Am Sonntag, dem Jahrestag des Putsches von 1980, sind die Türken dazu aufgerufen per Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung zu entscheiden. Die Militärverfassung, die seit dem Putsch von 1980 gilt, soll durch eine neue Zivilverfassung ersetzt werden.
Das Reformpaket ist umstritten, Umfragen sagen ein Kopf-an-Kopf-Rennen voraus.

In Istanbul rief Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan die Bevölkerung dazu auf, für die Verfassungsänderung zu stimmen. Die Plakate, die für das “Ja”, also für “Evet” werben sind allgegenwärtig.

Für Erdogan steht viel auf dem Spiel, denn das Referendum wird auch zeigen, ob seine liberalen Reformen bei der Bevölkerung ankommen.

Die größte Oppositionspartei wirft Erdogan vor, er wolle mit der Verfassungsänderung die Justiz unter seine Kontrolle bringen.

Die anstehende Entscheidung spaltet das ganze Land. Künstler, Intellektuelle, Arbeitgeber, Gewerkschaften – es gibt kaum eine gesellschaftliche Gruppe, die nicht in Ja- und Nein-Sager zerfällt.

Die pro-kurdische Partei ruft zum Boykott des Referendums auf. Ein Ultranationalist ging daraufhin zum Angriff über. Der Abgeordnete Akin Birdal ging zu Boden und es kam zu einer Schlägerei. Die Polizei musste einschreiten, um den Angreifer aus der wütenden Menge zu retten.

Die pro-kurdischen Parteianhänger waren über die Sicherheitskräfte erzürnt, da sie ihrer Meinung nach den Abgeordneten nicht genügend geschützt haben.