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Verfassungsreferendum in der Türkei: Erdogan bittet um Vertrauen

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Verfassungsreferendum in der Türkei: Erdogan bittet um Vertrauen

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Am Sonntag, dem Jahrestag des Putsches von 1980, liegt es in der Hand der Türken, Geschichte zu schreiben. Fast 50 Millionen Wahlberechtigte sind dazu aufgerufen per Volksabstimmung über eine Verfassungsänderung zu entscheiden. Die Militärverfassung, die seit dem Putsch von 1980 gilt, soll durch eine neue Zivilverfassung ersetzt werden.

Seit mehreren Monaten wirbt die Regierungspartei AKP im ganzen Land für das Reformpaket. Für den Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan steht viel auf dem Spiel. Das Referendum wird auch zeigen, ob seine liberalen Reformen bei der Bevölkerung ankommen.

In den Straßen von Istanbul sind die Menschen zwiegespalten:
“Ich werde mit “Ja” für die Demokratie stimmen, für die Menschenrechte und für die Befolgung der EU-Reformen. Aber vor allem will ich, dass unser Land ein zuverlässiges Justizsystem bekommt.”
Eine Passantin ist anderer Meinung:
“Viele Menschen sagen, dass die Artikel unzureichend sind. Wenn schon Änderungen an der Verfassung vorgenommen werden, dann sollten sie zumindest verständlich sein. Durch dieses Reformpaket wird die Verfassung auf Tayyip Erdogan zugeschnitten. Sie wollen ihre eigene Verfassung durchsetzen.”

Die größte Oppositionspartei wirft Erdogan vor, er wolle mit der Verfassungsänderung die Justiz unter seine Kontrolle bringen.

Wer auch immer am Sonntag gewinnt, Experten befürchten eine Spaltung des Landes und starke politische Spannungen.