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Randale zum Jahrestag des Putsches in Chile

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Randale zum Jahrestag des Putsches in Chile

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Ein Gedenkmarsch zum Jahrestag des Putsches 1973 in Chile ist zur Bühne für vermummte Randalierer geworden.

Etwa acht- bis zehntausend Chilenen hatten mit dem friedlichen Marsch am Samstag in der Hauptstadt Santiago der Opfer der Pinochet-Diktatur gedacht. Zum Ende der Kundgebung fingen etwa 200 Vermummte an, Steine und Rauchbomben zu werfen, zu randalieren und Journalisten und Kameraleute anzugreifen.

Von Verletzten war nicht die Rede, vielmehr wurde Ausrüstung zertrümmert. In einer U-Bahnstation wurden Signale und Ähnliches zerstört. Die Polizei ging schließlich mit Wasserwerfern und Tränengas dazwischen. Etwa zwanzig Randalierer wurden festgenommen.

Während der Diktatur unter Augusto Pinochet von 1973 bis 1990 verschwanden etwa 3.000 Menschen oder wurden ermordet. Pinochet starb 2006, ohne je verurteilt worden zu sein.

Präsident Sebastian Pinera, das erste Staatsoberhaupt aus dem rechten Lager seit der Rückkehr Chiles zur Demokratie vor zwanzig Jahren, erklärte zum Anlass des Jahrestages, es sei jetzt Zeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen.