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"Basel III" - Anti-Krisen-Kur für Banken

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"Basel III" - Anti-Krisen-Kur für Banken

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Zwei Jahre nach der folgenschweren Pleite der
US-Großbank Lehman Brothers haben Notenbanker und Aufseher schärfere Regeln für die globale Finanzbranche auf den Weg gebracht.

Nach den neuen Eigenkapital-Anforderungen für Banken “Basel III” sollen die Geldhäuser mehr und vor allem höherwertige Kapitalpuffer vorhalten, damit Verluste nicht auf die Kunden durchschlagen.

Der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht wurde 1974 von den zehn führenden Industrienationen (G10) installiert, nachdem das deutsche Bankhaus Herstatt zusammengebrochen war.

Er ist bei der Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) angesiedelt.

EZB-Präsident Jean-Claude Trichet:

“Was wir beschlossen haben, macht den globalen Bankensektor stärker belastbar – sobald die Standards überall gelten.”

Der wichtigste Hebel: Die sogenannte Kernkapitalquote. Sie gibt wieder, wieweit die Risikopositionen einer Bank durch eigene Mittel gedeckt sind. Sie soll um die Hälfte aufgestockt werden – bis spätestens 2018.

Josef Ackermann, Vorstandschef der Deutschen Bank:

“Ich glaube, dass man so viel Zeit für die Implementierung gelassen hat, dass die Auswirkungen auf die Realwirtschaft limitiert sind. Das ist sehr positiv.”

Das fand die Börse auch. Der europäische Bankenindex “Eurostoxx Banken” kletterte rund zwei Prozent. Allerdings wird auch mit einem beschleunigten Konzentrationsprozeß in der Branche gerechnet.

Basel III muss noch von den Regierungschefs der 20 wichtigsten Industrienationen (G20) abgesegnet werden. Sie treffen sich im November in Seoul.