Eilmeldung

Sie lesen gerade:

Geringe Erwartungen vor neuen Nahost-Gesprächen


Westjordanland

Geringe Erwartungen vor neuen Nahost-Gesprächen

Einen Tag vor neuen Verhandlungen über einen Frieden im Nahen Osten sind die Erwartungen nur gering. Die in Washington begonnenen Gespräche hat Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu zwar als “wichtigen Schritt” bezeichnet, doch zugleich warnt er vor großen Erwartungen an das zweite Treffen mit Palästinenserpräsident Mahmud Abbas, das im ägyptischen Scharm el Scheich stattfindet.

Größtes Problem ist der Siedlungsbau im Westjordanland. Der auf zehn Monate befristete Baustopp endet am 26. September. Netanjahu sagte am Sonntag, Israel werde das Moratorium nicht verlängern, aber auch nicht zehntausende Wohnungen bauen. Das Thema sorgt auch für Streit innerhalb Israels; ein Siedler sagte: “Sollte Ministerpräsident Netanjahu beschließen, diese eiserne Wand zu schwächen, die wir in den Bergen von Judäa und Samaria bauen, würde seine Regierung nicht mehr die israelische Bevölkerung repräsentieren und eine illegitime Regierung sein.”

Palästinenser äußerten sich besorgt über eine mögliche Wiederaufnahme des Siedlungsbaus, Palästinenserpräsident Abbas drohte mit dem Abbruch der Gespräche. Ein Passant in Ramallah im Westjordanland sagte: “Diese Mitteilung Netanjahus schwächt die Gespräche, die ja davon abhängen, dass die Siedlungen gestoppt werden. Je mehr gebaut werden, desto größer ist die Distanz zwischen uns und den Israelis.”

Im Gazastreifen kam es unterdessen zu neuer Gewalt: Drei Menschen starben unter israelischem Beschuss, zuvor hatten militante Palästinenser einmal mehr Raketen nach Israel abgefeuert.

Nächster Artikel

welt

Yossi Beilin: "Die Hauptprobleme sind die Flüchtlinge und Jerusalem"