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Japan bittet ehemalige Zwangsarbeiter um Verzeihung

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Japan bittet ehemalige Zwangsarbeiter um Verzeihung

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Zum ersten Mal hat Japan sich bei amerikanischen Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern entschuldigt. In einer noch nie dagewesenen Geste empfing Außenminister Katsuya Okada sechs noch lebende ehemalige Gefangene.

Okada sagte in Tokio: “All jene, die während des Zweiten Weltkriegs von Japan gefangen genommen wurden, die unmenschlich großes Leid ertragen mussten, all jene bitte ich im Namen Japans um Verzeihung.”

Die ehemaligen Kriegsgefangenen warten noch auf eine Entschuldigung ihrer damaligen Peiniger, der großen Unternehmen, die bis heute schweigen.

Der 90-jährige Lester Tenney erklärte: “Von Mitsui, Misubishi, Nippon Steel, Kawasaki, die uns alle gequält haben, bekommen wir keine Antwort. Das ist demütigend. Sie setzen darauf, dass sie einfach lange genug schweigen, bis wir alle tot sind, dann ist wieder alles in Ordnung. Doch es wird nie wieder alles in Ordnung sein.”

Lester Tenney ist ein Überlebender des Todesmarsches von Bataan. Die Entschuldigung der japanischen Regierung bedeute ihm sehr viel, sagte Tenney. Er könne jetzt erhobenen Hauptes in dem Land sein, das er gedemütigt und voller Scham nach seiner Befreiung verließ.