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Französischer Geheimdienst spioniert "Le Monde" aus

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Französischer Geheimdienst spioniert "Le Monde" aus

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Die Tageszeitung „Le Monde“ wirft der französische Regierung vor, den Inlandsgeheimdienst DCRI auf ihre Informanten angesetzt zu haben. Der als Quelle enttarnte Spitzenbeamte soll nach Übersee strafversetzt werden. Das Blatt kündigte an, wegen Verletzung des Quellenschutzes Anzeige gegen Unbekannt zu erstatten. Der Elyséepalast ließ sämtliche Vorwürfe umgehend zurückweisen.

„Ein Le Monde-Journalist recherchiert wie viele andere im Fall Woerth-Bettencourt. Und was passiert, als er etwas findet. Man versucht nicht Journalisten loszuwerden sondern seine Quelle“, beklagte der Le Monde-Herausgeber Eric Fottorino.

Um den Informanten zu enttarnen, soll der Geheimdienst die Telefonverbindungen von Mitarbeitern des Justizministeriums überprüft haben, die Zugriff auf die Vernehmungsprotokolle der Bettencourt-Affäre hatten. Der enge Sarkozy-Vertraute Eric Woerth soll von der L’Oreal-Milliardärin Liliane Bettencourt illegale Parteispenden entgegengenommen haben. Der Elyséepalast wies sämtliche Vorwürfe zurück. Das Präsidialamt habe „nie die geringste Anweisung“ in dem Fall an „irgendeinen Dienst“ gegeben.