Eilmeldung

Eilmeldung

Italien gegen Libyen: Wie kam es zu den Schüssen?

Sie lesen gerade:

Italien gegen Libyen: Wie kam es zu den Schüssen?

Schriftgrösse Aa Aa

Nach den Schüssen der libyschen Küstenwache auf ein italienisches Fischerboot hat Italiens Regierung ein Untersuchungsverfahren eingeleitet. Das Fischerboot “Ariete” mit einer zehnköpfigen Besatzung war in der Nacht auf Montag beschossen worden, niemand wurde verletzt. Nach Medienberichten war auch ein italienischer Beobachter an Bord des libyschen Schiffes.

Italiens Aussenminister Franco Frattini sagte in einem Telefoninterview, der Kommandeur der libyschen Küstenwache habe sich bereits für den Vorfall entschuldigt. Zu den Schüssen auf die “Ariete” kam es nach Angaben der Küstenwache etwa 30 Meilen vor der libyschen Küste, in der Nähe zur tunesischen Grenze.

Das libysche Schiff, von dem aus gefeuert wurde, ist eines von sechs Booten, die Italien Libyen überlassen hatte. Und zwar als Teil der Zusammenarbeit beider Länder im Kampf gegen die illegale Einwanderung von Afrika nach Italien. Die Vizepräsidentin des italienischen Senats, Emma Bonino, kritisiert diesen Deal zwischen beiden Ländern, der Zwischenfall sei eine vorhersehbare Folge dieser unglücklichen Zusammenarbeit, ihre Partei habe schon zuvor darauf hingewiesen, sagte sie.

Italiens Regierungschef Silvio Berlusconi steht wegen seiner engen Kontakte zu Libyens Staatschef Muammar al-Gaddafi auch im eigenen Land in der Kritik.