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Wahlnervosität im Reich Lukaschenkos

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Wahlnervosität im Reich Lukaschenkos

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An der Fassade des weißrussischen Parlaments in Minsk prangten weiter der rote Stern, Lenin blickt auf dem Vorplatz siegesgewiss, und bisher wurde auch der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko regelmäßig mit fast sowjetischen Ergebnissen wiedergewählt – zuletzt 2006 mit einer Mehrheit von angeblich 83 Prozent.

Nun aber scheint Nervosität zu herrschen: Die Abgeordneten beschlossen – einstimmig natürlich – die für das kommende Frühjahr geplanten Wahlen auf den 19. Dezember vorzuziehen.

Grund könnte sein, dass Russland, als mächtiger Nachbar dem autoriären Herrscher nach und nach die Unterstützung entzieht. Die Gas-Krise, im vergangenen Winter, hat das bisher herzliche Verhältnis zwischen Lukaschenko und seinem russischen Amtskollegen Dmitri Medwedew merklich abgekühlt.

Russische Fernsehsender – die in Weißrussland viel geschaut werden – kritisieren Lukaschenkow mittlerweile offen. Manche in der Opposition machen sich schon Hoffnung, der Kreml könnte bei den kommenden Wahlen offen für sie Partei ergreifen.

Durch den vorgezogenen Wahltermin aber hat Lukaschenkow sich einen Vorteil gesichert, denn die chronisch zerstrittenen Regierungsgegner haben nun nur 10 Tage, um einen gemeinsamen Kandidaten zur Wahl anzumelden.