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Japan stoppt Höhenflug des Yen

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Japan stoppt Höhenflug des Yen

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Japan hat zum erstenmal seit sechs Jahren massiv Yen verkauft, um den dramatischen Höhenflug der Währung zu stoppen. Die Aktion soll die japanische Wirtschaft stützen und kam für die Märkte überraschend. Zuvor war der Yen auf ein 15-Jahres-Hoch gegenüber dem Dollar geklettert.

Im Auftrag des Finanzministeriums – wie in Japan üblich – soll die Bank of Japan für mindestens 100 Milliarden Yen – eine Milliarde Euro – Dollar gekauft haben.

Yoshihiko Noda, Japans Finanzminister:

“Ja, wir haben gerade auf dem Devisenmarkt interveniert. Wir wollen erratische Kursausschläge vermeiden. Wir beobachten dîe Devisenmärkte von nun an genau. Wenn nötig, werden wir auch künftig entschieden eingreifen, Interventionen eingeschlossen.”

Beim letztenmal hatte sich Japan mit mehr als 300 Milliarden Euro in den Devisenmarkt eingemischt.

Der Kurs von 82 Yen pro Dollar gilt als Verteidigungslinie – nach der Aktion lag er bei 85 Yen pro Dollar.

China klatscht Beifall – auch der Großexporteur will zugunsten seiner Währung intervenieren, wenn es sein muss. Im Juni war die Bindung an den Dollar ausgelaufen.

In den USA soll derweil die Regierung vor dem Repräsentatenhaus erklären, warum die chinesische Währung nach wie vor deutlich unterbewertet sei , wie viele Abgeordnete finden.

Der Druck auf die Regierung Obama wächst.

Dazu Robert Zoellick, Präsident der Weltbank:

“Ich teile die Ansicht des Internationalen Währungsfonds, dass eine Aufwertung der Währung angebracht wäre. Das ist aber kein Allheilmittel.
Man muss sich auch mit der grundlegende Frage beschäftigen – das sind die strukturellen Probleme.”

Um die strukturellen Probleme in der globalen Wirtschaft zu beheben, sollte China seinen Konsum erhöhen, während die USA mehr sparen müssten.

Die hohen, zweistelligen Wachstumsraten Chinas zwischen 2003 und 2008 seien nicht aufrechtzuerhalten, sagte Zoellick.